SOUG Day Bern 2026 – Migration Mission: How Avaloq Conquered Exadata Cloud@Customer

Kay präsentiert




SOUG Day Bern  ·  11. März 2026  ·  Speaker Report

Migration Mission: How Avaloq Conquered Exadata Cloud@Customer

Ein Rückblick auf meinen Vortrag beim Swiss Oracle User Group Day in Bern – von der Legacy-Infrastruktur zur modernen Cloud-Plattform.

Oracle ExaCCAvaloq Core BankingHelvetiaSOUG Day 2026PDB Cloning

Am 11. März 2026 durfte ich am SOUG Day in Bern einen Vortrag halten – einer der technisch spannendsten Präsentationen, die ich bisher vorbereitet habe. Das Thema: Wie wir bei Helvetia die Avaloq Core Banking-Workloads erfolgreich auf Oracle Exadata Cloud@Customer (ExaCC) migriert haben. Ein Projekt mit echten Herausforderungen, unerwarteten Erkenntnissen – und einem erfolgreichen Abschluss.

„Das Ziel war klar: alle Oracle-Workloads aus dem Legacy-Rechenzentrum konsolidieren – Avaloq als letztes und anspruchsvollstes Kapitel.»


01 — Mission

Das letzte Kapitel der Konsolidierung

Helvetia hatte sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Oracle-Workloads vom Legacy-Rechenzentrum auf Exadata Cloud@Customer zu verlagern. Die Migration des Avaloq Core Banking Systems war dabei das finale und komplexeste Teilprojekt – ein System, das höchste Anforderungen an Stabilität, Compliance und Performance stellt.


02 — Target Architecture

Trennung von Datenbank und Applikation

Die Zielarchitektur setzt konsequent auf die Trennung von Datenbank- und Applikationsschicht. Durch klare Rollen und Zugriffskontrollen sowie die Anbindung externer Services über den Oracle Connection Manager (OCM) – beispielsweise Swisscom MQ und TwintSafe – entstand eine robuste, wartbare Plattform.

DB / App Separation

Klare Trennung für bessere Stabilität und einfachere Wartbarkeit.

Access Control

Definierte Rollen und Berechtigungen via Oracle Connection Manager.

Externe Services

Swisscom MQ und TwintSafe nahtlos über OCM eingebunden.


03 — Key Challenges

Die entscheidende Architektur-Frage: RAC vs. Single Node

Eine der zentralen Diskussionen im Projekt drehte sich um die Oracle-Architekturentscheidung: Multi-Node RAC oder Single Node? Nach sorgfältiger Abwägung fiel die Entscheidung auf Single Node RAC – mit überzeugenden Gründen:

Zertifizierung

Volle Compliance mit Avaloq-Zertifizierungsanforderungen.

Stabilität

Keine RAC-typischen Konflikte (TAC), einfacherer Betrieb.

Kosteneffizienz

Kein ungleichmässiger Node-Einsatz, dynamisches Scaling möglich.

Beim Thema Wartung und Failover stellte sich heraus, dass ein DR-Switchover nicht nur die Datenbankschicht, sondern auch die Avaloq-Applikationsschicht betrifft. Aufgrund dieser cross-layer dependency ist der Prozess noch nicht automatisiert – das ist jedoch geplant, sobald die End-to-End-Orchestrierung vollständig validiert ist.


04 — Cloning Concept

Dynamic PDB-Cloning Carousel

Besonders stolz bin ich auf das entwickelte Cloning-Konzept für die effiziente Bereitstellung von Test-Datenbankumgebungen. Das Modell basiert auf einem dynamischen Karussell aus mindestens drei TMR-Umgebungen (Test/Migration/Refresh):

  • Sparse Clones für minimalen Storage-Verbrauch – Pre-EOD, Post-EOD, wöchentlich, monatlich und ad-hoc.
  • Zeitkritische Zyklen: Pre- und Post-EOD-Klone werden innerhalb enger Zeitfenster erstellt.
  • Refreshable Clone: Mindestens eine TMR-Umgebung hält immer einen aktuellen Stand für zeitnahes Testing bereit.
  • Seconds-Fast Clones mit minimalem Storage-Verbrauch und Continuous Operation als klare Vorteile.

05 — Performance Insights

Was nach dem Go-live auffiel

Nach dem Go-live zeigte sich eine spürbar verbesserte Anwendungsreaktionszeit. Gleichzeitig traten einige interessante Beobachtungen zutage, die wertvolles Optimierungspotenzial offenbarten:

Policy-Konflikte

Avaloq-Listener vs. Cloud-Security-Policies erforderten Abstimmungsaufwand.

NFS-Latenz

RUP-Performance-Engpass durch NFS-Storage-Latenz – lokaler Disk vs. DR-Prinzipien.

Exadata-Stärken

NFS-intensive Prozesse nutzen Exadatas Low-Latency-I/O nicht optimal aus.


06 — Lessons Learned

Was ich mitnehme

  • Die Migration war erfolgreich: Avaloq läuft auf Exadata Cloud@Customer.
  • Kritische Applikationskomponenten müssen von ExaCC ausgelagert werden.
  • Eine feste Mindest-CPU-Allokation schränkt Elastizität und Kostenoptimierung ein.
  • Patch-Koordination (z. B. dom0) erfordert deutlich mehr Aufwand als erwartet.
  • NFS-lastige Prozesse können Exadatas Low-Latency-Vorteile nicht voll ausschöpfen.

Für die Zukunft stehen auf meiner Liste: Clone-Strategie verfeinern (Flashback Database nutzen), Hybrid-Caching für kompilierte Dateien erkunden, Automatisierung der TMR-Karussell-Abläufe – und eine optimierte CPU-Allokation für bessere Kosteneffizienz.


Danke

Ein Teamerfolg

Dieses Projekt war definitiv kein Einzel-Sprint. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten: dbi Services (Jérôme Witt, Clemens Bleile, Marc Wagner) für die technische Exzellenz, Oracle CSS für den kontinuierlichen Support, Avaloq für das aktive Engagement, Tradeware für tiefes ExaCC-Know-how und HCL für den zuverlässigen Betrieb der Plattform.

Interesse am Thema?

Fragen zur Migration, zur PDB-Cloning-Strategie oder zu den Architekturentscheidungen? Ich freue mich über den Austausch – schreib mir gerne oder kommentiere diesen Beitrag.

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